
Mila lag heute Nachmittag bäuchlings im Bio-Markt in der Dresdner Neustadt, die Arme weit von sich gestreckt, das Gesicht auf den kühlen Fliesen. Der Auslöser? Ich hatte den Gouda in Dreiecke geschnitten, nicht in Quadrate. Es war einer dieser schwülen Julitage, an denen die Luft im Laden steht und man das Gefühl hat, gleich selbst zu schmelzen – oder eben mitzuweinen.
Bevor ich dir erzähle, wie ich sie da wieder weggekriegt habe (Spoiler: Es war kein Bestechen mit Quetschies), ein kurzer Hinweis: In meinem Tagebuch stecken Affiliate-Links. Wenn du über diese Links einen Kurs buchst, erhalte ich eine kleine Provision. Für dich ändert sich am Preis absolut nichts. Ich empfehle hier nur Dinge, die ich nach langen Nächten am Schreibtisch selbst ausprobiert habe, um irgendwie den Kopf über Wasser zu halten. Meine volle Offenlegung findest du auf der Über-mich-Seite.
Zwischen Flaubert und dem Nein-Gewitter
Ich sitze hier gerade mit der Resthälfte von meinem kalten Pfefferminztee. Es ist Sonntagabend, die Heizung knackt leise im Rhythmus der Zeit, und ich habe gerade noch ein paar französische Adjektive für meine aktuelle Übersetzung markiert. Manchmal denke ich mir: Wenn ich die Nuancen eines Romans von Flaubert entschlüsseln kann, warum scheitere ich dann kläglich daran zu verstehen, warum ein 43 Monate altes Kind heute seine blauen Socken abgrundtief hasst?
Seit etwa fünf Monaten – es fing so im März an, als die ersten Krokusse im Hinterhof rauskamen – stecken wir mitten in dieser Phase, in der alles ein „Nein!“ ist. Jeder Schuh im Flur wird zur Grundsatzdebatte. Als Alleinerziehende im Homeoffice ist das nicht nur anstrengend, es ist emotionaler Extremsport. Wenn kein Partner da ist, der mal kurz übernimmt, wenn man selbst kurz vor der Kernschmelze steht, fühlt sich jeder Wutanfall an wie ein persönliches Versagen.
Ich hatte mir anfangs das Trotzphase Videoseminar geholt. Es ist mit seinen 28 Minuten Länge Gold wert, wenn man mal eben zwischen zwei Schlafphasen verstehen will, was im Gehirn passiert. Es ist seit über acht Jahren auf dem Markt und ein super Einstieg. Aber irgendwann im Mai merkte ich: Ein Pflaster reicht nicht mehr, wenn die Wunde so tief sitzt wie meine Erschöpfung. Ich brauchte eine richtige Landkarte durch dieses Minenfeld der Autonomiephase.
Warum ich mich für das Elternförderprogramm entschieden habe
Ich habe lange gezögert. Als Freiberuflerin drehe ich jeden Euro zweimal um, und das Elternförderprogramm ist erst einmal eine Investition. Aber die Aussicht auf einen strukturierten 3-Monats-Weg war für mich der Rettungsanker. Ich wollte nicht mehr nur von Eskalation zu Eskalation stolpern. Ich wollte wissen, wie ich Mila begleite, ohne dass mein eigener Blutdruck die Zimmerdecke sprengt.
Was mir sofort auffiel: Das Programm ist erst seit etwa 1,6 Jahren auf dem Markt, wirkt aber unglaublich durchdacht. Es deckt alles von 1 bis 4 Jahren ab. Da Mila gerade 3 Jahre und 7 Monate alt ist, passte das wie angegossen. Es geht nicht nur darum, das Kind zu „bändigen“, sondern um die eigene Haltung. Wenn ich morgens schon das erste „Nein!“ höre, bevor ich überhaupt die Kaffeemaschine erreicht habe, steigt diese scharfe Hitze in meiner Brust auf. Das Programm hat mir geholfen, diesen Moment zu erkennen, bevor ich Mila anpfeife.
Es gab da diesen einen Moment vor ein paar Wochen. Ich versuchte, eine Technik aus meinem ersten Videoseminar anzuwenden – tief durchatmen, ruhig bleiben. Mila schrie, weil die S-Bahn die falsche Farbe hatte, und warf schließlich einen Bauklotz gegen das Bücherregal. Ich? Ich bin nicht ruhig geblieben. Ich bin in den Flur gegangen und habe geheult. In solchen Momenten fühlt sich alles nach Versagen an. Aber genau da setzt der strukturierte Ansatz an: Es geht nicht um Perfektion, sondern um die Reparatur der Beziehung danach.
Der Alltag in der Dresdner Neustadt: Ein Realitätscheck
In einem Viertel wie der Dresdner Neustadt findet Erziehung ja oft in der Öffentlichkeit statt. Man steht im Alaunpark oder eben im Bio-Laden, und alle schauen zu. Früher war mir das unglaublich peinlich. Heute sehe ich das anders. Durch den Fokus auf die neurologischen Hintergründe, den das Programm vermittelt, verstehe ich jetzt, dass Milas Gehirn in diesem Moment einfach „offline“ ist. Sie kann nicht anders. Und ich muss nicht die „strenge Mutter“ spielen, nur weil die Leute an der Kasse ungeduldig werden.
Wir haben zum Beispiel oft das Problem mit der Kleidung. Kennst du das? Das Kind will keine Jacke anziehen, obwohl es draußen stürmt. Früher hätte ich debattiert, bis wir beide verschwitzt und wütend gewesen wären. Heute nutze ich die Impulse aus dem Kurs, um Wahlmöglichkeiten zu schaffen, die ihre Autonomie stärken, ohne dass wir den Termin bei der Kita verpassen.
Natürlich klappt das nicht immer. Gestern erst wollte sie sich absolut nicht die Hände waschen. Ich habe alles probiert, aber am Ende war ich einfach nur genervt. Falls du auch solche Kämpfe führst, habe ich hier mal aufgeschrieben, was beim Thema Hände waschen bei uns manchmal hilft.
Was sich nach vier Wochen verändert hat
Nach den ersten vier Wochen im Kurs merkte ich eine subtile Veränderung. Nicht, dass Mila weniger wütend wäre – Gott bewahre, sie ist eine kleine Naturgewalt. Aber meine Reaktion hat sich verschoben. Ich sehe den Wutanfall nicht mehr als Angriff auf meine Autorität, sondern als Hilferuf eines kleinen Menschen, der von seinen Gefühlen überrollt wird.
Als sie heute im Laden wegen des Goudas auf dem Boden lag, bin ich einfach neben ihr in die Hocke gegangen. Ich habe nicht versucht, sie hochzuzerren. Ich habe gewartet. „Du wolltest Quadrate, oder? Das ärgert dich jetzt richtig.“ Es dauerte vielleicht zwei Minuten. Dann kam sie auf meinen Arm. Kein Geschrei im Treppenhaus, kein Weinen meinerseits in der Küche.
Das Elternförderprogramm ist kein Zauberstab. Es ist harte Arbeit an sich selbst. Aber für mich als Alleinerziehende ist es die Struktur, die mir im Chaos den Halt gibt. Es gibt keine nervigen Upsells, man zahlt einmal und hat den kompletten Weg für die Jahre 1 bis 4. Das ist fair, auch wenn der Preis erst mal schlucken lässt.
Manchmal, wenn ich ganz ehrlich bin, vermisse ich mein Leben vor Mila. Die Nächte, in denen ich einfach nur übersetzt habe, ohne mit einem Ohr an der Zimmertür zu hängen. Aber dann sehe ich, wie sie stolz ihren Helm aufsetzt (was übrigens auch ein Riesenthema war – schau mal hier: Laufrad-Drama lösen) und losdüst, und ich weiß, dass wir das schaffen.
Ein Fazit unter dem Sternenhimmel der Neustadt
Wenn du gerade auch das Gefühl hast, dass dein Kind dich absichtlich in den Wahnsinn treibt: Du bist nicht allein. Und du musst keine Pädagogin sein, um das zu meistern. Manchmal hilft es schon, sich ein bisschen Hilfe von außen zu holen, sei es durch ein kurzes Seminar oder einen längeren Kurs. Es nimmt den Druck raus, alles alleine wissen zu müssen.
Ich werde jetzt den restlichen Tee wegkippen und versuchen, noch drei Seiten zu übersetzen, bevor ich selbst ins Bett falle. Morgen früh wartet bestimmt schon das nächste „Nein!“ auf mich – aber vielleicht bin ich diesmal ein kleines bisschen besser vorbereitet.
Falls du das Gefühl hast, dass du gerade am Limit bist, schau dir das Elternförderprogramm ruhig mal an. Es ist ein ehrlicher, strukturierter Weg, der uns in den letzten Monaten wirklich geholfen hat, wieder mehr wir selbst zu sein – auch wenn der Käse mal die falsche Form hat.