Selbstfürsorge für alleinerziehende Mütter: Meine 10 Minuten Auszeit in Dresden

2026.05.10
Selbstfürsorge für alleinerziehende Mütter: Meine 10 Minuten Auszeit in Dresden

Es war dieser eine Moment letzten Dienstagnachmittag im Rewe an der Königsbrücker Straße, als ich eigentlich nur eine Packung Nudeln kaufen wollte – und Mila sich schreiend auf den Boden warf, weil ich die 'falschen' Äpfel in den Korb gelegt hatte. Da lag sie nun, zwischen dem Kühlregal und den Sonderangeboten, und ich stand da, die Hände zittrig, und spürte die Blicke der anderen Kunden im Nacken.

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Seit etwa zwei Monaten stecken wir nun mitten in dieser Phase, in der jedes 'Nein' meinerseits eine Staatskrise auslöst. Als freiberufliche Übersetzerin in der Dresdner Neustadt versuche ich tagsüber, französische Lyrik in elegante deutsche Sätze zu gießen, nur um nachmittags darüber zu verhandeln, ob Socken wirklich an die Füße gehören oder als Handpuppen dienen können. Es ist erschöpfend. Manchmal frage ich mich ernsthaft, ob Flaubert jemals darüber schreiben musste, wie man Joghurt von einer Raufasertapete entfernt, während man über existenzielle Krisen nachdenkt – wahrscheinlich eher nicht.

Das Problem mit der Selbstfürsorge ist ja: Die üblichen Tipps – 'Geh mal zur Massage' oder 'Nimm ein langes Schaumbad' – sind für mich als Alleinerziehende purer Hohn. Wer passt in der Zeit auf Mila auf? Und selbst wenn ich in der Wanne liege, hämmert sie gegen die Tür, weil sie genau in diesem Moment wissen muss, wo ihr grüner Plastik-Dino schläft. Standardtipps scheitern oft daran, dass Kinder in der Autonomiephase keine Trennung akzeptieren und unsere volle emotionale Präsenz fordern.

Vor etwa acht Wochen, als ich wirklich am Ende meiner Kräfte war, habe ich angefangen, nach Lösungen zu suchen, die in meinen zerstückelten Alltag passen. Ich habe mir zuerst das Trotzphase Videoseminar geholt. Warum? Weil es nur 28 Minuten dauert. Das ist genau das Zeitfenster, das ich manchmal zwischen zwei Übersetzungs-Deadlines oder während Milas (immer seltener werdendem) Mittagsschlaf finde. Dass dieser Anbieter schon seit 8.7 Jahren am Markt ist, gab mir das Gefühl, dass da jemand spricht, der schon alles gesehen hat.

Ein Tiefpunkt war definitiv der Nachmittag im Alaunpark vor ein paar Wochen. Ich versuchte, Mila mit meiner sanftesten Gewaltfreien Kommunikation-Flüsterstimme zu beruhigen, während sie versuchte, Sand in die Schuhe eines anderen Kindes zu schütten. Ich sagte Sätze wie 'Ich sehe, dass du gerade viel Energie hast', während ich innerlich eigentlich nur laut schreien wollte. Ich bin kläglich gescheitert. Am Ende sind wir beide weinend nach Hause gelaufen.

Was ich gelernt habe: Selbstfürsorge bedeutet für mich momentan nicht Wellness, sondern Schadensbegrenzung und Mikro-Momente. Es ist die Entscheidung, die 10 Minuten Stille zu nutzen, wenn sie abends endlich schläft, anstatt sofort den Abwasch zu machen oder die S-Bahn-Geräusche von draußen wegzudrücken. Ich sitze dann einfach nur da. Das schlagartige Nachlassen der Anspannung in meinen Schultern, wenn ich dieses rhythmische Atmen aus dem Kinderzimmer höre, ist mein eigentliches Yoga.

Manchmal finde ich dann am nächsten Morgen einen klebrigen Abdruck eines Gummibärchens auf meinem Manuskript für einen französischen Roman. Früher hätte mich das wahnsinnig gemacht. Heute atme ich tief durch und trinke meinen Tee, auch wenn er längst kalt ist. Falls du auch gerade erst damit anfängst, dich durch das Chaos zu wühlen, könnte ein strukturierterer Weg wie das Elternförderprogramm helfen, das über 3 Monate geht – aber für mich war der schnelle Einstieg mit dem kurzen Video erst einmal lebensrettend.

Ich habe auch gemerkt, dass die Art, wie ich spreche, viel verändert. Die Methode der Konfliktleichtigkeit für Familien ist bei mir hängengeblieben, auch wenn mich der Preis-Upsell von etwa 70 Euro nach dem Hauptprogramm kurz genervt hat. Aber die Werkzeuge funktionieren – Sprache ist eben doch mein Metier, auch wenn die Zielgruppe gerade nur einen Meter groß ist. Es hilft mir, Wutanfälle zu verstehen und zu begleiten, ohne selbst jedes Mal emotional auszugleichen.

Es ist nicht perfekt. Meine Wohnung sieht oft aus wie nach einem kleinen Weltuntergang, und ich weiß oft nicht, was ich tue. Aber 'gut genug' reicht für uns beide gerade völlig aus. Wenn du dich auch fragst, wie du Überforderung im Alltag vermeiden kannst: Fang mit 10 Minuten an, in denen du absolut gar nichts leisten musst. Nicht mal das Geschirr.

Mila schläft jetzt seit einer Stunde. Der Tee ist eiskalt, aber die Stille in der Neustadt ist gerade herrlich. Falls du dich auch gerade durch die Trotzphase kämpfst und dich fragst, warum dein Kind plötzlich alles 'Nein!' findet – du bist nicht allein. Vielleicht hilft dir der kurze Input aus dem Videoseminar genauso wie mir, um zumindest die nächsten 28 Minuten Chaos zu überstehen.